Kita Spielkiste
Freier Musikverein Paukenschlag e.V. als Träger von Kindertagesstätten Sinn und Zweck dieser Verknüpfung Das Nachdenken darüber, ob ein Musikverein/eine Musikschule Vorschuleinrichtungen führen könnte bzw. sollte, kommt spätestens bei der näheren Betrachtung von allgemeinbildenden Schulen, die ihr Profil und ihre Struktur auf die besondere Förderung musikalischer Ausbildung ausgerichtet haben. Dies ist in Dresden und in einigen anderen Großstädten Deutschlands augenfällig, wenn man an die den Musikhochschulen angeschlossenen Spezialschulen für Musik und die mit Knabenchören verbundenen Gymnasien denkt. Die Spezialschulen verfolgen das Ziel, die allgemeinbildende Vorbereitung auf ein Hochschulstudium mit einer speziellen musikalischen Ausbildung zu verbinden, um die Voraussetzungen für das Studium an einer Musikhochschule zu schaffen, ohne ein anderes Studium auszuschließen. Das Angebot trifft allerdings nur für Kinder und Jugendliche ab mittlerem Schulalter zu. Seltener gibt es dieses Schulmodell in Deutschland für Kinder der Klassenstufen 1 – 4. Ein gutes Beispiel dafür findet man in Leipzig an der Clara Schumann Grundschule. Es handelt sich um eine Privatschule, die auf Initiative von Erziehungswissenschaftlern gegründet wurde. Daraus ist ohne nähere Kenntnis der Motivation ihrer Gründer zu schließen, dass es sinnvoll ist, die allgemeinbildende Entwicklung von Kindern mit musikalisch-künstlerischer Ausbildung schon im frühen Schulalter zu verbinden. Warum sollte es in der Konsequenz nicht gut sein, damit noch früher zu beginnen, zumal die allgemeine musikalische Lernfähigkeit (Rhythmus, Klang- und Melodieempfinden, Harmonik) sich in einem ähnlichen Zeitfenster wie die Sprache entwickelt, nämlich im Vorschulalter. Leider ist die Erkenntnis zwar bei Fachleuten vorhanden, bleibt aber in der Theorie stecken und erfährt keine praktische Umsetzung. Der Freie Musikverein Paukenschlag e.V. war und ist deshalb von der Sinnhaftigkeit seines Tuns überzeugt und wurde in den inzwischen 20 Jahren seiner Trägerschaft stets darin bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein, Kindertagesstätten zu führen. Allgemeine Umsetzung des musikalisch-künstlerischen Profils in den Vorschuleinrichtungen Die Atmosphäre in den Einrichtungen vermittelt den Eindruck, dass die pädagogischen und hauswirtschaftlich-technischen Mitarbeiter und unter deren Anleitung die Kinder ihre Umwelt gestalten. Sie zeugt von Umfang und Wichtigkeit künstlerischen Tuns und phantasiereichen Denkens und Fühlens im Alltag der Kitas. Räume, in denen sich die Kinder treffen, musizieren und für Veranstaltungen verschiedener Art proben können, liegen zentral und sind in den räumlichen Maßen geeignet für künstlerische Aktivitäten der Kinder. In Haus und Garten gibt es für alle Kinder zugängliche Bereiche, die sie selbst gestalten und in denen sie Sinneseindrücke wahrnehmen und erkunden können. Das vorhandene Spielzeug engt die Phantasie der Kinder nicht ein, sondern regt sie heraus. Die pädagogischen MitarbeiterInnen sehen neben der notwendigen Aufsicht ihre Hauptaufgabe in der Anregung und der Hilfe zum eigenen Tun der Kinder, helfen ihnen aber auch dabei, die Welt und deren kulturelle Werte kennenzulernen. Der Umgang mit Medien wird nicht vernachlässigt, wird aber zugunsten eigener Aktivitäten eingeschränkt. Unabhängig von kulturellen Aktivitäten und Ansprüchen im häuslichen sozialen Umfeld der Kinder wird bewusst das Kennenlernen historischer und moderner Kunst gepflegt. Dazu gehören neben Besuchen von Museen und architektonischen Bauwerken der Stadt Dresden das tägliche Singen, Tanzen, Musizieren, Rezitieren und Spielen in der Kindertagesstätte. Musikalische Früherziehung in der Kindertagesstätte in unmittelbarer Zusammenarbeit mit dem Träger Die musikalische Früherziehung steht allen Kindern zur Verfügung und ist neben der Sprachförderung bzw. im Zusammenhang mit ihr ein „Hauptfach“. Damit die mit der musikalischen Betreuung durch ausgebildete Musikpädagogen verbundenen Kosten,  getragen werden können, wird zusammen mit Abschluss des standardmäßigen Betreuungsvertrages eine zusätzliche Vereinbarung für MFE (Musikalische Früherziehung) und teil/zeitweise muttersprachliches Englisch mit den Eltern getroffen. Die zu zahlende monatliche Gebühr für die Betreuung des Kindes in den Einrichtungen erhöht sich dadurch um einen geringen Betrag. Die zentrale Idee der musikalischen Früherziehung innerhalb des musischen Profiles ist es, dass die musikpädagogische Fachkraft nicht nur einmal wöchentlich und allein mit ausgewählten Kindern singt und musiziert, bestenfalls für Eltern und ErzieherIn-nen die gelernten Lieder aushängt, sondern dass sie sich als ImpulsgeberIn und AnleiterIn für die tägliche musikalische Beschäftigung in der Kita versteht. Die Voraussetzung dafür ist die Teilnahme mindestens einer/s Gruppenerzieherin/s am „Unterricht“. Hinzu kommt die direkte Zusammenarbeit außerhalb der MFE in Auswertungs- bzw. Plangesprächen zwischen der musikpädagogischen Fachkraft und dem Erzieherteam. Der Träger legt aber auch Wert darauf, die Fachkompetenz einzelner, besonders interessierter ErzieherInnen durch entsprechende Weiterbildungen an Musikinstituten innerhalb Deutschlands (z.B. Orff-Institut, Musikakademien) zu stärken und zu fördern. Neben der allgemeinen MFE führen die Einrichtungen temporäre musikalische Projekte durch, bereiten musikalische Aufführungen innerhalb und außerhalb der Kita vor, die geeignet sind, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken und Verhaltensregeln zu lernen. Der Musikverein beschäftigt seit kurzer Zeit eine Mitarbeiterin, die neben ihrer Arbeit als Musikpädagogin für die Organisation von kleinen Vorspielen in den Kitas zuständig sein wird, in denen Schüler der Musikschule ihr Instrument und Können vorstellen Schließlich wird Tanz für Kinder ab 4 – 5 Jahren, angeleitet durch Tanzpädagogen angeboten. Die Einrichtungen verfügen über ein breites Spektrum an orffschen Instrumenten, mit dem gemeinschaftliches Musizieren zu einem frühen Zeitpunkt stattfinden und geübt werden kann.
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Kita Spielkiste

1. Vorwort

Die frühe Kindheit hat als Lebensabschnitt einen hohen Eigenwert.

Unser Anliegen ist es, die Familienerziehung sinnvoll

zu unterstützen, zu ergänzen und den Erfahrungsraum des Kindes zu erweitern.

Das musische Profil unserer Kindereinrichtung bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten,

 Erfahrungen mit sich selbst, mit anderen Kindern und Erwachsenen,

speziell der GruppenerzieherIn bzw. allen ErzieherInnen zu sammeln und neue Bindungen

einzugehen. Die musikalische und andere künstlerische Projekte sind Bestandteile unserer

Arbeit. Die Befriedigung der Bedürfnisse der Kinder sind Maßstab für unsere Arbeit

 und Voraussetzung für das Wohlbefinden der Kinder, Eltern und Erzieher.

Bei der Umsetzung des Sächsischen Bildungsplanes

lassen wir uns von der Devise leiten:

„Nimm mich so wie ich bin“